Diese Website setzt Cookies ein. Durch die Benutzung erklären Sie sich einverstanden. Mehr Info

Amour...

Pralinen und Liebe werden oft im Zusammenhang erwähnt: Wir beschenken Menschen, die wir lieben, mit Pralinen. Wir rechnen damit, dass sie sich darüber freuen und beim Genuss etwas Schönes erleben und vielleicht sogar dabei an uns denken. Wir bedanken uns mit Pralinen, wenn uns jemand geholfen hat. Pralinen lösen mit hoher Zuverlässigkeit angenehme Gefühle aus, und bei mässigem Konsum bleiben diese auch eine Weile. Indirekt sagen wir durch die Praline: „Ich mag dich, ich möchte, dass du dich gut fühlst!“

Auch ich möchte mit meinen Truffes Freude bereiten, und freue mich wiederum, wenn es mir gelungen ist :-).

Liebe hat für mich aber noch eine weit grössere Bedeutung, ist für mich mehr als ein angenehmes Gefühl. Es ist eine Energie, die uns Lebewesen nährt, am Leben hält und untereinander verbindet – auch wenn wir sie nicht spüren oder sogar unbewusst behindern. Sie ist immer und überall da, wir können sie theoretisch jederzeit in uns fühlen und mit der Liebe in anderen Menschen, Lebewesen in Kontakt gehen. Theoretisch. Im Alltag verlieren wir oft den Kontakt zu unserer Liebe, durch Ängste, Gewohnheiten und so genannte Sachzwänge. Als ob uns Sachen zwingen könnten, die Liebe zu verleugnen!

Wenn ich meine Truffes kreiere, experimentiere ich mit Zutaten und Mengenverhältnissen, stelle mir vor, wie meine Mitmenschen beim Kosten darauf reagieren, rieche die verschiedenen Aromen und spüre, wie die warme Schokolade in meinen Händen flüssig ist und an den Pralinen langsam fest wird. Das ist ein Fest für alle Sinne! Und gleichzeitig ist es für mich auch eine Übung, selber in der Liebe zu bleiben. Nicht ständig auf die Uhr schauen, überlegen, was alles schief gehen kann oder was ich als nächstes dann erledige. Im Hier und Jetzt bleiben, spüren, den Moment geniessen und die Tatsache, dass ich – gemäss Lessing – als Mensch nichts muss, und als Chocolatier schon gar nicht :-). Und ich gehe davon aus, dass diese Haltung und die Energie, in der ich die Pralinen herstelle, sich auch auf diese überträgt, und sie dadurch zu einer echten Liebesbotschaft werden.


„Wie machst du’s, dass es so gut schmeckt?“
„Ich schmecke nach Gewicht und Maß
Kakao, Vanille, Zimt, Gewürz,
Genau wie ich’s im Kochbuch las.“
„Doch schmeckt noch etwas ausserdem
so osterhäslich angenehm,
so stark und doch so zart und fein.
Ich hab’s! Du rührst die Lieb‘ hinein.“

   (Ida Bohatta – Fritz Osterhas & Sohn)